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Problem Kinderarbeit: Debatte

Ein Schüler an der Tafel

Kinderarbeit 2010

Auf der Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu Kinderarbeit in Den Haag am 10. Mai 2010 wurden aktuelle Daten und Trends vorgestellt und Strategien zur Bekämpfung der Kinderarbeit diskutiert. Die ILO setzt sich zum Ziel die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 zu beseitigen. Derzeit sind 215 Millionen Kinder betroffen, 115 Millionen Kinder sind besonders gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt.

Die ILO warnt vor einem Nachlassen des politischen Willens, ausbeuterische Kinderarbeit zu beenden. Die Wirtschaftskrise sei keine Entschuldigung von dem ehrgeizigen Vorhaben abzulassen. Es bedarf eines erneuten Dringlichkeitsgefühls und einer wiederbelebten weltweiten Bewegung zur Beseitigung von Kinderarbeit.

Anstrengungen im Kampf gegen Kinderarbeit gehen Hand in Hand mit dem Milleniumsziel einer grundlegenden Schulbildung für alle Kinder. Die Kernbotschaft der ILO lautet daher: Wir werden die Kinderarbeit ohne universelle Bildung nicht beseitigen können, und wir werden umgekehrt nicht sicherstellen können, dass jedes Kind in die Schule geht, wenn wir die Kinderarbeit nicht beseitigen, vor allem ihre schlimmsten Folgen.

Besonders im südasiatischen Raum ist die Lage äußerst prekär. Die Region weist die größte Zahl von Kinderarbeitern auf, nämlich geschätzte 113,6 Mill. Kinder. Erschwerend hinzu kommt, dass ausgerechnet hier das politische Engagement für eine universelle Schulbildung vergleichsweise schwach ausgeprägt ist. Die ILO empfiehlt daher, den nationalen Ehrgeiz im Kampf gegen Kinderarbeit zu verstärken und dabei insbesondere Politiker und Behörden bei der Umsetzung von Programmen und bei der Durchsetzung von Rechtsvorschriften zu unterstützen.

Mehr Inforamtionen zum ILO-Bericht zu Kinderarbeit 2010 erhalten Sie unter: www.ilo.org/global/About_the_ILO/Media_and_public_information/Press_releases/lang--en/WCMS_127015/index.htm

Was ist Kinderarbeit?

Gegen ausbeuterische Kinderarbeit ist eigentlich jeder. Doch was genau dazu zählt – darüber gehen die Ansichten auseinander. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO befürwortet ein generelles weltweites Verbot von Kinderarbeit, von dem es nur in engen Grenzen Ausnahmen geben solle. Kritiker wenden ein, dass diese Haltung die konkreten Interessen betroffener Kinder und ihrer Eltern nicht ernst genug nehme – etwa, wenn die Familie aus Armut gezwungen sei, ihre Kinder arbeiten zu lassen. Ein anderes Argument: Solange Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen verlaufe, ermögliche sie auch Kindern eine berufliche Qualifikation. 

In manchen Gegenden in armen Ländern, etwa im Süden Indiens, setzt daher eine Neubewertung der Kinderarbeit ein. Dort gibt es teilweise eine gewerkschaftliche Organisation der Kinderarbeiter; Ziel ist dabei nicht die Abschaffung der Kinderarbeit, sondern eine „menschlichere Gestaltung“ (zum Beispiel eingeschränkte Arbeitszeiten, kein Verstecken der Kinderarbeit mehr, Gesundheitsschutz, bessere Löhne) Organisationen arbeitender Kinder gibt es auch in einigen Ländern Lateinamerikas und Afrikas. Sie haben sich als weltweite Kinderbewegung organisiert und 2004 in Berlin ein Welttreffen durchgeführt.

 

Ein Junge bearbeitet Holz

Regelmäßige Schulbesuche

Für UNICEF wiederum ist der regelmäßige Schulbesuch eine der wichtigsten Bedingungen für die Abschaffung von Kinderarbeit. Als Übergangslösung müssen aber auch die Arbeitsbedingungen, etwa durch regelmäßige Gesundheitsvorsorge und alternative Unterrichtsangebote, verbessert werden. Grundsätzlich richtet sich GoodWeave nach der ILO-Norm: keine Kinderarbeit unter 15 Jahren. National abweichende Gesetzgebungen werden berücksichtigt. Für alle älteren Kinder und für Erwachsene müssen weltweit die internationalen Standards für menschenwürdiges, sozial und ökologisch verantwortliche Arbeitsbedingungen umgesetzt werden.

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