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Problem Kinderarbeit: Fakten

Zwei jugendliche Näher

215 Millionen Kinderarbeiter

Weltweit müssen nach Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO rund 215 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten –  115 Millionen von ihnen unter extrem ausbeuterischen Bedingungen.

Sie schuften für einen Hungerlohn oder ganz ohne Bezahlung, zwölf bis 16 Stunden am Tag: als Teppichknüpfer oder Weber für die Textilindustrie, im Steinbruch, auf Baustellen, in der Hauswirtschaft oder Gastronomie, als Perlentaucher oder auf Baumwollfeldern. In die Schule gehen sie nicht. Sie leiden oft ein Leben lang unter gesundheitlichen und seelischen Schäden. Goodweave International konnte bis heute allein in Nepal 4200 Kinder der von der Arbeit an den Webstühlen befreien. 1996 arbeiteten in Nepal elf Prozent aller Kinder, heute sind es nur noch drei Prozent.

Kinder beim Knüpfen

Kinderarbeit in der Teppichproduktion

29 Millionen der 5- bis 14- Jährigen leisten Kinderarbeit in Indien, das entspricht 12 Prozent der Altersgruppe Quelle: UNICEF: Progress for Children: A Report Card on Child Protection, September 2009, S.26 . Die ILO schätzt, dass rund 250.000 Kinder in Nepal, Indien und Pakistan als Knüpfer arbeiten. 

Oft arbeiten die Kinder in der Familie mit oder an den Knüpfstühlen von Nachbarn. Am schlimmsten aber ist die Schuldknechtschaft. Hochverschuldete Eltern müssen ihre Kinder den Geldverleiern überlassen – die Kinder werden von ihren Familien getrennt; eine Chance, die Schuld jemals abzuarbeiten haben sie praktisch nicht. Die Arbeit an den Knüpfstühlen in engen, dunklen Räumen und ständig hockender Stellung hat schlimme Folgen für die Gesundheit: Die Kinder tragen Sehstörungen und schwere Rückenleiden davon, ihre Atemwege werden durch die hohe Konzentration von Wollfasern in der Luft dauerhaft geschädigt. Viele Kinder sind unterernährt und werden geschlagen.