
Bereits in den 80er Jahren erfuhr das Thema Kinderarbeit bei der Herstellung handgeknüpfter Teppiche große Aufmerksamkeit. Untersuchungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), des US-Arbeitsministeriums sowie von Menschenrechtsorganisationen deckten auf, dass die Industrie unzählige Kinder illegal beschäftigte und ausbeutete. Noch schockierender war die Erkenntnis, dass viele Kinder Opfer von Schuldknechtschaft und Zwangsarbeit waren – Praktiken, die von den Vereinten Nationen und der ILO ausdrücklich verboten und als zeitgenössische Formen der Sklaverei verurteilt sind.

In den späten 80er Jahren führte Kailash Satyarthi, Vorsitzender der Südasiatischen Koalition gegen Kinderversklavung, einen globalen Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit. Nach vielen Jahren, in denen er indische Kinder aus Zwangsarbeit in der Teppichindustrie gerettet hatte, erkannte Satyarthi jedoch, dass es keine Rolle spielte, wie viele Kinder er befreite. Stets wurden andere gezwungen, ihren Platz am Webstuhl einzunehmen. Deshalb wollte er in Kooperation mit Produzenten, Exporteuren und Händlern eine Initiative der Teppichindustrie ins Leben rufen, deren Ziel die Abschaffung ausbeuterische Kinderarbeit ist.
Die ersten Teppiche, die das RugMark-Siegel trugen, wurden Anfang 1995 aus Indien exportiert, überwiegend nach Deutschland. GoodWeave ist in Deutschland bei TransFair, der Siegelinitiative des Faírtrade - Siegels mit Sitz in Köln, angesiedelt und wird von Hilfswerken wie Brot für die Welt, UNICEF, Misereor, terre des hommes sowie dem Teppichhandel unterstützt.