

Traditionell konzentriert sich das Knüpfhandwerk in Indien im sogenannten Teppichgürtel zwischen Varanasi, Bhadohi und Mirzapur. Hier werden die meisten Teppiche Indiens produziert, mit Hilfe traditioneller Knüpftechniken an kleinen Webstühlen. In den Dörfern wird häufig saisonal gearbeitet. Viele Teppichweber betreiben zusätzlich Landwirtschaft.
Die Teppichproduktion hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr industrialisiert und weg von den Dörfern in Fabriken verlagert, hauptsächlich nach Panipat, einer Region nördlich von Delhi. Zahlreiche Teppichweber haben ihre heimischen Webstühle verlassen und sind zu Arbeitsmigranten geworden. Die Fabriken haben zwischen 60 und 3000 Angestellte. Auch in den Regionen Agra und Chennai werden, in geringerem Umfang, Teppiche produzier

Botschaft von Kailash Satyarthi, Gründer von GoodWeave Indien und Vorsitzender des “Global March against Child Labour”:
“Während wir einerseits Kinder in der Teppichindustrie Südasiens befreiten, stellten wir andererseits fest, dass die Zahl der versklavten Kinderarbeiter kontinuierlich stieg, weil es eine starke Nachfrage nach billigen Teppichen in den reichen Ländern gab. Das brachte mich und meine Kollegen dazu, eine Kampagne zu starten, die sowohl den gezielten Boykott als auch die gezielte Vermarktung solcher Teppiche fördert, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden.
Wir haben dann erfolgreich die unabhängige Initiative GoodWeave gegründet – mit ihrem Zertifizierungs- und Siegelsystem sowie einem Kontrollmechanismus. Und wenn ich heute auf die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre schaue, so kann ich sagen: Ich bin davon überzeugt, dass ich die völlige Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit erleben werde.“

GoodWeave India führte im Januar 2010 Sicherheits- und Gesundheitstrainings in zwei Webfabriken in Panipat (Indien) durch.
Beide Fabriken sind Zulieferer für GoodWeave-zertifizierte Teppiche und beschäftigen ca. 150 Weber und Weberinnen.
In Zusammenarbeit mit der lokalen Advit Foundation wurden allen Angestellten die Sicherheits- und Gesundheitsstandards an ihrem Arbeitsplatz erläutert.


Ziel des Trainingsprogrammes war, die Arbeiterinnen und Arbeiter auf die mitunter unsichtbaren Gefahren am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen und zur Einhaltung von Schutzmaßnahmen aufzufordern. Der im Produktionsprozess freigesetzte Faserstaub schädigt Lungen und Atemwege, der ungeschützte Umgang mit Chemikalien kann zu Hauterkrankungen und inneren Vergiftungen führen. Im Anschluss wurde ein vorsorglicher Gesundheitscheck für alle Mitarbeiter angeboten.
Viele positive Rückmeldungen gab es am Ende des Projekts: „The training was very helpful. I will wear masks regularly now.“ (Suraj, angestellt bei Bhajana Home Decor ) Und so möchte GoodWeave India das Programm in Zukunft auf weitere Fabriken des Landes ausdehnen.