
Die Nepal RugMark Foundation wurde 1995 gegründet, um die Kinderarbeit in der Teppichindustrie zu beenden. Besonders in den frühen 1990er Jahren war der nepalesische Teppichsektor vermehrt mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht worden, was einen massiven Rückgang der Exporte zur Folge hatte. GoodWeave hat maßgeblich dazu beigetragen, das Image des Nepal- Teppichs zu verbessern. Seit 1996 ist der Anteil der Kinderarbeit in der Teppichindustrie von elf Prozent auf heute drei Prozent gesunken. Mit dem Zertifizierungsverfahren deckt GoodWeave zur Zeit etwa 50% der gesamten Teppichindustrie in Nepal ab. Insgesamt wurden 2086 Kinder aus den Fabriken geholt.

Derzeit leiden viele Teppichproduzenten in Nepal unter der unsicheren Situation im Land. Beispielhaft für diese Entwicklung steht die Teppichproduktionsfirma Formation Carpets. Ihre Direktorin, Sulochana Shrestha Shah, gehört zu den Gründungsmitgliedern von GoodWeave und sorgt in ihren Fabriken für sichere und faire Arbeitsbedingungen. Die Kinder ihrer Mitarbeiter erhalten Betreuung und Schulbildung, sowie eine Krankenversicherung. Der Erfolg von Formation Carpets wird jedoch von der politischen Situation in Nepal gefährdet. Da die Nachfrage nach nepalesischen Teppichen momentan zurückgeht und sich zum Teil nach Indien und China verlagert, fürchten die Produzenten um ihre Zukunft.

Neben der Inspektion ist die soziale Arbeit wichtig. Das Team von RugMark Nepal in Kathmandu bietet zusammen mit ortsansässigen Nichtregierungsorganisationen verschiedene Projekte an, wie etwa die Vorschul-Tagesstätten für die kleineren Kinder der Teppichweber. Sie halten sich normalerweise tagsüber in den Webschuppen auf und laufen dadurch Gefahr, auch zu Kinderarbeitern zu werden. In den Tagesstätten können sie in sicherer Umgebung spielen und lernen.
Außerdem gibt es zwei Rehabilitationszentren für befreite Kinderarbeiter. Im Primary Zentrum bekommen diese Kinder erstmal eine sichere Unterkunft, gesundheitliche Betreuung und eine informelle, aber intensive Schulbildung. Im Secondary Zentrum wird den Kindern dann formelle Schulbildung sowie berufliche Weiterbildung – etwa als Schreiner, Maler, Schneider, Elektriker oder auch Teppichknüpfer – geboten. Gleichzeitig wird geprüft, ob sie zu ihren Familien zurückkehren können.
Außerdem gibt es das „gemeinschaftsbasierte Rehabilitations- und Wiedereingliederungsprogramm“ – es hilft Kindern, die direkt zu ihren Familien zurückkehren. Die Eltern werden beraten und der Schulbesuch der Kinder in den Dörfern wird weiter finanziell unterstützt. RugMark Nepal bietet außerdem für die erwachsenen Teppicharbeiter Alphabetisierungskurse und Informationsprogramme zu Themen wie Gesundheit, Ernährung und Hygiene an.

Die Nepal RugMark Foundation hat derzeit 44 Mitglieder (Teppichproduzenten und Nichtregierungsorganisationen). Es gibt 86 Lizenznehmer mit 382 Fabriken. Von 1996 bis heute wurden insgesamt 50.720 Inspektionen durchgeführt, 363.335 Teppichsiegel wurden vergeben. Eine zentrale Rolle spielt darüber hinaus die Aufklärung im Vorfeld, damit es gar nicht erst zu weiterer Kinderarbeit kommt. Dazu führt RugMark Nepal regelmäßig sogenannte Bewusstseinsprogramme durch. „Prävention ist uns sehr wichtig“, sagt Ajay Singh Karki, der geschäftsführende Direktor der Nepal RugMark Foundation. Mehr dazu im Interview mit ihm.
In einem Interview mit Ajay Singh Karki, dem Executive Director der Nepal RugMark Foundation, erfahren Sie mehr über die Arbeit von GoodWeave in Nepal. Mehr
In einer kleinen Computer-Geschichte lesen Sie, wie Bits and Bytes Einzug im Rehabilitationszentrum für ehemalige Kinderarbeiter Hamro Ghar gehalten haben. Die Kinder lernen dort was sie nie für möglich gehalten hätten. Das Zentrum liegt im nepalesischen Dorf Gothatar, nahe der Hauptstadt Kathmandu. Mehr
Im Awareness-Programm werden die Arbeiter/innen in der Teppichfabrik über unterschiedliche Themen aufgeklärt, z.B. Gesundheit und Ernährung oder Menschenrechte. Mehr